Mit großer Sorge erfüllen mich momentan die Geschehnisse auf unseren Sportplätzen. Einige Unverbesserliche verstoßen nicht nur eklatant gegen unser Regelwerk, sondern machen Schlagzeilen, die von Gewalt und unhaltbaren Ausschreitungen geprägt sind. Hier nimmt der Fußball großen Schaden und das Image unseres schönen Sports verliert an Glaubwürdigkeit. Ausschreitungen, hin bis zu Körperverletzungen, sind immer wieder Gegenstand der Verhandlungen vor dem Kreis – und Bezirkssportgericht. Der Fußballverband wird dies nicht hinnehmen, und wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen angehen. Ich kann immer wieder nur davor warnen, sich an solchen Vorfällen zu beteiligen. Vermehrt ist festzustellen, dass die Opfer es nicht bei einer Verhandlung vor unserem Sportgericht belassen, sondern auch den Weg über die Zivilgerichte beschreiten. Die Folgen sind dann meist mit empfindlichen Strafen und auch mit horrenden Kosten für die Übeltäter verbunden. Wir stellen Überlegungen an, uns vermehrt von solchen gewaltbereiten Spielern gänzlich zu trennen. Der Weg über den Verbandsausschluss ist zwar aufwendig, wird aber nicht dazu führen, dass wir dieses Mittel scheuen werden.
Damit wir uns richtig verstehen: Wir dulden weder die Beschimpfungen von Spielern mit Migrationshintergrund noch die Bezeichnungen „Nazischwein“. In der Rechts- und Verfahrenordnung finden sie im § 43 (12 ) das hierfür vorgesehene Strafmaß. Das werden wir notfalls nach oben hin ausschöpfen.
Im Jugendbereich macht uns das Verhalten einiger übermotivierter Eltern an den Spielfeldrändern große Sorgen. Ich appelliere an sie alle: Lassen Sie die Kinder ihren Fußball spielen und vertrauen Sie auf das fachliche Können der Trainer und Betreuer. Es verdirbt auch den Kindern den Spaß am Fußball, wenn ständig von außen unqualifizierte und teilweise beleidigende Äußerungen in das Spiel hineingetragen werden. Oft sind auch unsere meist jungen Schiedsrichter Zielscheibe von Beschimpfungen und Beleidigungen. Ein Großteil der Jungschiedsrichter, die wir mühevoll und mit großem finanziellem Aufwand ausgebildet haben, verliert schon nach ihren ersten Spielen die Lust an diesem schönen Hobby und wendet sich ab. Diese Sportkameraden verlieren wir für immer, und es gelingt uns nicht, sie erneut zu motivieren. Diese Schiedsrichter erreichen erst gar nicht das Ziel, Spiele im Seniorenbereich zu leiten und fehlen dann später in den 2. und 3. Kreisklassen. Der Grund, warum immer mehr Spiele in diesen Klassen keinen neutralen, durch uns angesetzten Schiedsrichter haben, ist eindeutig hier zu suchen.
Der neue Vorsitzende des KJA Hans Jürgen Schwellnus ist erfreulicherweise seinem Versprechen gefolgt, die Jugendleiter zu Gedankenaustausch und Diskussionen einzuladen. Der 1. Termin hat bereits stattgefunden. Nutzen Sie diese Möglichkeit um ihre Sorgen und Probleme hautnah zu diskutieren.
Im Bereich der Trainer Aus – und Fortbildung hat der NFV Kreis Hildesheim unter allen 47 Kreisen unseres Niedersächsischen Fußballverbandes nach wie vor eine Spitzenposition. Alle unsere Lehrgänge sind restlos ausgebucht und teilweise überbelegt. Und dennoch werden wir weiter daran arbeiten, so viele Trainer wie möglich zu qualifizieren. Gut ausgebildete Trainer sind der Garant dafür, dass es auf den Plätzen gesittet und sportlich fair zugeht. Die lizenzierten Trainer werden durch uns stetig fortgebildet, und sie werden in ihrem Verhalten gegenüber Mannschaften, Schiedsrichtern und Zuschauern auch überwacht.
Wir bieten mittlerweile pro Jahr 3 Schiedsrichteranwärterlehrgänge an, um es den Vereinen zu ermöglichen, ihr Schiedsrichtersoll zu erfüllen. Es ist bedauerlich, wenn diese Chance nicht wahrgenommen wird und hohe Strafen durch den Verband ausgesprochen werden müssen, um den Status Ouo zu halten. Die Anmeldungen zu diesen Lehrgängen machen uns meist hoffnungsfroh, in der Praxis kommt dann oft die Ernüchterung. Da gibt es Vereine, die melden 3 oder gar 4 Teilnehmer. Zu Beginn des Lehrgangs erscheint dann aber nicht mal einer. Hier werden wir gegensteuern müssen.
Erfreulich ist die Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball. Immer mehr Mädchen entdecken ihren Spaß am Fußball. Die Förderungsmöglichkeiten, die sich hier eröffnen, sind zukunftsweisend und allemal wert, sich um die Gründung einer Mädchenmannschaft zu bemühen.
Der DFB hat mit seiner Initiative TEAM 2011 Die DFB- Schul – und Vereinskampagne hier erneut Zeichen gesetzt. Ich möchte Sie alle ermuntern sich an dieser Initiative zu beteiligen, auch wenn Sie in Ihren Reihen noch keine Mädchenmannschaft haben.
Allein die Teilnahme, mit der Sie keinerlei Verpflichtungen eingehen, sichert Ihnen ein Starterpaket mit vielen Trainingsutensilien zu. Nutzen Sie bitte diese Chance. Bei Neugründung einer Mädchenmannschaft, (auch jetzt mitten in der laufenden Serie) erhalten sie zusätzlich 10 ADIDAS Fußbälle, ein weiteres Starterpaket und einen von 3000 Trikotsätzen vom DFB ( solange der Vorrat reicht ). Wir werden Ihre Mannschaft dann auf jeden Fall in die Hallenrunde einbauen und auch im Frühjahr nicht ohne Beschäftigung lassen. Der Flyer mit der Anmeldemöglichkeit liegt in Ihrem Verein oder kann über mich angefordert werden. Es winken weitere tolle Preis, die man nirgendwo kaufen kann.
Ich möchte Sie ermuntern, schwindende Mitgliederzahlen dadurch zu kompensieren, dass Sie sich um Kooperationen mit Schulen bemühen. Hier liegen noch große Ressourcen an fußballbegeisterten Kindern, die es gilt, in unsere Vereine zu holen. Wer in der Schule gern Fußball spielt, sei es in AGs oder in der Pause auf dem Schulhof, ist leicht in eine Mannschaft zu integrieren. Heinrich Pohl, unser Schulfußballreferent ist, Ihnen gern behilflich solche Bündnisse zu sondieren und mit Leben zu erfüllen.
Ich halte es für sehr bedauerlich, dass immer wieder Meinungsverschiedenheiten, sei es unter den Vereinen, oder mit dem Vorstand des NFV Kreis Hildesheim in der Zeitung ausgetragen werden. Der Nutzen ist gleich Null, das Tischtuch schnell zerrissen und die Lösungen rücken in weite Ferne. Ich habe allen unseren Mitgliedern gegenüber immer Gesprächsbereitschaft signalisiert. Nutzen Sie diese Möglichkeit, ob der Vorstand nun Gegenstand der Kritik ist oder als Vermittler fungieren soll. Es gibt keine Tabuthemen und wir alle im Vorstand sind kritikfähig. Das haben wir gelernt. Nach wie vor verstehen wir uns als Dienstleister für die Vereine.
Ich war in diesem Sommer bei vielen Vereinen zu Gast. Sei es zu Einweihungen, zu Jubiläen oder zu Jahreshauptversammlungen. Leider war es mir nicht immer vergönnt, persönlich zu erscheinen. Das ist aus terminlichen Gründen nicht möglich. Der Fußballverband ist aber grundsätzlich bemüht, präsent zu sein. Für den freundlichen Empfang, für die Gastfreundschaft und für die vielen tollen Gespräche bedanke ich mich ganz persönlich, aber auch im Namen meiner beiden Stellvertreter. Wir kommen stets gern an unsere Basis.
Ich wünsche ihnen allen für den Rest unserer Spielserie alles Gute, viel Erfolg und bleiben Sie gesund.