09.11.2019

eFootball – die etwas andere Sportart beim NFV?

Autor / Quelle: Burghard Neumann

Sack/Hildesheim. Die erste Kreismeisterschaft im eFootball wird vom Kreisspiel-ausschuss, vom Vorstand und den Teilnehmern mit großer Spannung erwartet.

68 Teilnehmer in 34 Teams haben sich angemeldet, bestätigt die Vorsitzende im Kreisspielausschuss Isabell Hartmann. Für die meisten ist dieser Wettbewerb ein Neueinstieg, vielleicht sogar eine Herausforderung für den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen in Fußball-Simulation an Spielkonsolen oder am Computer.

Es gibt wenige Vereine, bzw. Sportler im NFV-Kreis Hildesheim die sich mit eFootball gut auskennen oder sich damit beschäftigen.

 

Nach den Erkenntnissen hat der TSC Sack als einer der kleinen Vereine im Kreisgebiet die Vorreiterstellung übernommen.
 
Die Vereinsmitglieder Wanja Bunkus, Dominik Mallon und René Batke sind echte „eFootball-Spezies“ und sprechen offen über den neuen Fußball an den Spielkonsolen. Bunkus ist seit kurzem auch der Ansprechpartner und Berater für eFootball im Kreisspielausschuss. Er wurde von Isabell Hartmann „entdeckt“ und wurde als kommissarischer NFV-Mitarbeiter eingesetzt. „Wenn die Kreismeister-schaft gut verläuft wird eine eFootball-Liga auf Kreisebene gegründet“, verkündete Bunkus.
Aber die Sportfreunde aus Sack bekräftigen auch, dass der Fußball auf dem Rasen für sie eine große Rolle spielt. Seit ihrem fünften Lebensjahr gehen und gingen die drei in verschiedenen Vereinen auf Torejagd.
 
Dominik Mallon kickte bei Energie Cottbus und kam über den MTV Almstedt und VfL Sehlem zum TSC Sack. Durch eine schwere Sportverletzung musste er mit dem aktiven Sport aufhören und hat seine Erfahrungen als Funktionär eingebracht.
Mallon wurde zum Vereinsvorsitzenden gewählt und bekleidete auch die Ämter als Fußball-Spartenleiter und Trainer der Frauen-SG Alfeld/Sack, mit der er Staffel-meister wurde.
Seit 1995 ist Mallon mit eFootball vertraut. 2004 war sein erstes Turniererlebnis mit einer gigantischen Teilnehmerzahl. „Da ging es schon recht professionell zu. Die meisten wissen gar nicht, das es bei einem Turniersieg teilweise um fünf- und sechsstellige Summen geht“, erklärte Mallon, der von eSports fasziniert ist.
 
Wanja Bunkus hat bei der SG 1874 Hannover den Spaß am runden Leder entdeckt, wurde dort ausgebildet, spielte als Torhüter und später auf allen Positionen. Nach seinem Umzug in die Leinestadt 2009 hat er zur SV Alfeld gewechselt und kam über mehrere Spielstationen (Warzen, Brunkensen, Föhrste) zum TSC Sack.
Beim TSV Brunkensen hat Bunkus, der auf allen Positionen spielt, nach acht Sekunden das wohl schnellste Tor in der TSV-Vereinsgeschichte geschossen.
Aufgrund seiner Erfahrung wird der 28jährige bei der ersten Kreismeisterschaft die Aufsicht übernehmen, als Schiedsrichter fungieren und von Tisch zu Tisch gehen und den Teams über die Schulter schauen. „Obwohl es mich in den Fingern juckt“, lacht er, denn er würde auch gern selbst an der Play-Station mitwirken.
Seit 2015 ist er bei eFootball dabei. Bei Mallon sammelte er seine ersten Erfahrungen und schloss sich bald der Deutschen eSports-Bundesliga an
(DESBL). Der Erfolg von Bunkus ließ nicht lange auf sich warten, denn Ende April
2019 ist er Vizemeister in der Liga geworden. Durch einen Leichtsinnsfehler schrammte er sogar haarscharf an der Meisterschaft vorbei.
 
René Batke ist der Dritte im Bunde. Auch er ist seit 2015 bei eFootball dabei und sammelte seine ersten Erfahrungen bei Dominik Mallon. Bald spielte auch Batke in der Deutschen eSports-Bundesliga (DESBL). Durch ihr gemeinsames Interesse
spielen Bunkus und Batke auch oft privat eFootball als „Trainingseinheit“. Für seinen Verein ist der 32jährige sehr engagiert und leistet viele Stunden für die Öffentlichkeitsarbeit. Batke hat einen eigenen Youtube-Kanal ins Leben gerufen. Von sämtlichen Fußballspielen des Vereins wird ein Video produziert, geschnitten und anschließend hochgeladen.
 
Allerdings ist eFootball auch mit Kosten verbunden. Die technische Ausrüstung beschränkt sich auf einen Bildschirm, eine Konsole als Play-Station oder X-box.
Außer der Play-Station als Spielekonsole ist das Spiel FIFA am weitesten verbreitet und wird privat als auch bei Turnieren mehrheitlich genutzt. Die FIFA-Reihe besteht seit 1993 aus einer Serie von Fußball-Simulationen und erscheint jährlich neu.
Bis zu vier Personen (Eins gegen Eins, Zwei gegen Eins und Zwei gegen Zwei) kann gleichzeitig gespielt werden, sowohl offline. d.h. die Spieler müssen vor Ort an der gleichen Konsole spielen. Beim Spiel online sitzen die Spieler an verschiedenen Orten (national oder international). Ihre Konsolen sind über das Internet miteinander verbunden.
 
Die Fußballer bewerten eFootball unterschiedlich – einige stellen die Frage:
„Ist eFootball wirklich Sport“? – denn der virtuelle Fußball ist bislang keine anerkannte Sportart. Dazu kommentiert der NFV-Präsident Günter Distelrath: „Ich bin überzeugt, dass eFootball als Ergänzung zum echten Fußball im Verein eine Zukunft hat und für die Amateurvereine eine Chance sein kann, neue Mitglieder anzusprechen und an sich zu binden“.
Ein weiterer Hinweis aus Barsinghausen lautet: „Wir wollen keine Spiele fördern, in denen mit etwas anderem als Fußbällen geschossen wird. Uns geht es allein um Fußball – deshalb: „eFootball!“ (bn / Quelle: NFV)
 
Fotos: Neumann
 
René Batke, Wanja Bunkus und Dominik Mallon (von links) vom TSC Sack sind Spezialisten beim eFootball.
 
Wanja Bunkus (TSC Sack) ist kommissarischer NFV-Mitarbeiter für eFootball.
 
René Batke und Wanja Bunkus überprüfen ein hochgeladenes Youtube-Video.
 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 03.12.2019

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