03.10.2018

Erklärung an die Vereine zwecks Fusion mit dem Kreis Holzminden

Autor / Quelle: Detlef Winter

Der Vorsitzende nimmt Stellung

Liebe Fußballfreunde,

wir haben vor geraumer Zeit damit begonnen, eine Umfrage zu starten, mit der wir ermitteln wollen, ob der NFV Kreis Hildesheim und der NFV Kreis Hildesheim eine Fusion eingehen sollten. Nachdem nun doch schon eine ganze Reihe von Vereinen sich mit einem Ja oder Nein zu dieser Fusion entschlossen haben, ist festzustellen, dass doch immer noch große Unsicherheit herrscht. Ich bin mir im Klaren darüber, dass eine solche Fusion natürlich ein einschneidendes Ereignis ist, und dass man gut überlegen muss, ob man so einen wichtigen Schritt geht. Eines habe ich festgestellt: in vielen Vereinen herrscht eine große Unsicherheit, weil wohl die Argumente Pro oder Contra für eine Fusion nur schemenhaft bekannt sind. Ich möchte mit diesem Artikel einmal versuchen, die Dinge von beiden Seiten zu beleuchten. Das soll auf keinen Fall eine Vorgabe, oder gar eine Empfehlung sein. Jeder Verein ist hier völlig autark in seiner Entscheidung.

Und letztlich müsste am Ende immer ein außerordentlicher Kreisfußballtag eine solche Fusion beschließen. Alljährlich werden durch den Verband Mannschaftsstatistiken erstellt. Hier wird aufgeschlüsselt, wie die Entwicklung in den Kreisen ist. Da gibt es Kreise, die verlieren jährlich fast 10% ihrer Mannschaften. Schauen wir uns die Zahlen für den Kreis Hildesheim an, so liegen wir bei einem durchschnittlichen Minus von ca. 3 % jährlich. Das klingt zunächst nicht sehr dramatisch. Auf 10 Jahre hochgerechnet würde das aber bedeuten, dass wir 1 Drittel aller Mannschaften auch im Kreis Hildesheim verlieren würden. Hierzu ein Beispiel: 2005 haben wir in unserem Kreis mit 770 Mannschaften am Punktspielbetrieb teilgenommen. Heute sind wir noch 560 Mannschaften. Das zeigt wohl deutlich die negative Entwicklung an. Diese Entwicklung wird aufgrund der demografischen Situation nicht besser werden. Der Verband möchte Verwaltungseinheiten ( hier Fußballkreise ) mit mindestens 600 Mannschaften. Wir haben somit schon die Schallgrenze erreicht.

Viele Vereine, die bisher mit Nein gestimmt haben, hegen die Befürchtung, dass die Fahrstrecken zu den Auswärtsspielen größer werden. Das ist natürlich auch ein finanzieller Faktor, den wir nicht ganz aus den Augen verlieren dürfen. Ein wichtiger Faktor, der gut überlegt sein will. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Eine Staffeleinteilung wird man immer nach regionalen Gesichtspunkten gestalten. Das bedeutet insbesondere für die Vereine im Süden unseres Kreises möglicherweise geringere Anreisewege. Natürlich würde man Mannschaften aus dem Norden ( Lühnde, Algermissen, Borsum oder andere ) nie in eine Staffel einordnen, die gegen Boffzen, Bodenwerder oder Rühle spielen müsste. Ob man von Beginn an mit nur 1 Kreisliga an den Start gehen sollte, halte ich für abwegig. Das würde ja bedeuten, dass man aus 2 Kreisligen sofort 1 Kreisliga macht. Würde wiederum heißen: 16 Absteiger. Unmöglich. Man kann durchaus in den ersten Jahren mit 2 Kreisligen spielen und die Entwicklung beobachten. Wir wären von Jahr zu Jahr frei in unserer Entscheidung, mit wie vielen Kreisligen wir spielen. In Holzminden spielen zurzeit noch 135 Mannschaften. Diese Mannschaften bei uns im Kreis zu integrieren, halte ich für durchaus machbar. Es zeigt aber auch deutlich die Notwendigkeit einer Fusion im Kreis Holzminden.

Schon rein geografisch würde sich eine Fusion mit Holzminden anbieten. Wenn Hildesheim ablehnt, wird man sich in Holzminden wohl Richtung Hameln/ Pyrmont orientieren. Finanziell würde es für Hildesheim wohl kaum zu nennenswerten Veränderungen kommen. Große Verwaltungseinheiten lassen sich immer günstiger finanzieren als kleine. Holzminden würde nicht am Tropf von Hildesheim hängen. Betrachten wir nun den Part Verbandsführung: Der Vorstand eines fusionierten Kreises würde natürlich etwas größer werden. geringfügig, und das ist zu verkraften. Wer letztlich die Führung eines fusionierten Kreises übernimmt, wird man dann besprechen, wenn die notwendigen Entscheidungen getroffen wurden. Der Juniorenbereich, der im Winterhalbjahr in den Hallen spielt, müsste behutsam eingeordnet werden. Auch hier müssen ebenfalls regionale Gesichtspunkte in den Vordergrund rücken.

Die Höhenzüge des Ith oder der Rote Fuchs sind im Winter bei Schnee und Eis nicht leicht zu befahren. Der neue Kreis wäre ein Flächenkreis. Von Nord nach Süd sind das schon mal 100 km. Wie schon beschrieben, wäre das zu regeln, wenn man Staffel regionalorientiert gestaltet. Für die Verbandsfunktionäre würde es unweigerlich weitere Anfahrtswege geben. Es wäre schon erforderlich, dann auch im Kreis Holzminden präsent zu sein, Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen. Wenn bis Dato geografisch Hildesheim ( genau Diekholzen ) der Mittelpunkt des Kreises Hildesheim ist, wäre dann Alfeld im Zentrum. Wir müssen nun genau überlegen, wie wir die Zukunft gestalten wollen. Bleibt der Kreis Hildesheim separat, dann ist das eine überschaubare und übersichtliche Verwaltungseinheit. Bis Dato sind wir allein gut aufgestellt und können beruhigt in die nähere Zukunft schauen. Was ist aber in 10 Jahren? Wird dann vielleicht Hildesheim ein potenzieller Übernahmekandidat? Noch können wir uns unsere Partnerschaften aussuchen. Das sollten wir nicht außer Acht lassen. Die Mannschaftszahlen werden nicht zunehmen. Das steht fest und ist schwer zu verhindern. Die Endscheidung, die wir hier gemeinsam fällen müssen, sollten wir uns alle gut überlegen. Wir sollten hier nicht allein handeln sondern die Vereine in Gänze mit ins Boot nehmen. Es sollte in den Vorständen intensiv und engagiert diskutiert werden. Ich bin gern bereit auch in die Vereine zu kommen, um Rede und Antwort zu stehen. Das halte ich für erforderlich, weil es mit Sicherheit noch Argumente gibt, die ich gedanklich noch gar nicht berücksichtigt habe. Ich bin für jeden Rat dankbar.

Der mögliche Zusammenschluss wäre eh frühestens zur Serie 2020/2021 realisierbar. Also: Kein Grund für eine überstürzte Entscheidung. Eine mögliche Entscheidung, ob nun ein Ja oder Nein, ist von elementarer Bedeutung für beide Kreise.

Detlef Winter, Vorsitzender NFV Kreis Hildesheim

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Seite zuletzt aktualisiert am: 10.12.2018

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