08.10.2015

Fairness kann sich durchaus lohnen

Autor / Quelle: Detlef Winter

Fairness, ein großes Wort, welches gerade im Fußball eine ganz besondere Bedeutung hat. Worte müssen aber immer wieder mit Inhalten gefüllt werden, um dafür zu sorgen, dass es letztlich nicht leere Worthülsen sind, sondern ihre wahre Bedeutung betont wird. Der Begriff Fairness ist gerade im Fußballsport von enormer Bedeutung. Denn zum einen ist der Fußball nach wie vor die Sportart, die die meisten Zuschauer in ihren Bann zieht. Die meisten Bundesligastadien sind Woche für Woche ausverkauft, und Millionen von Menschen verfolgen das Geschehen in den Stadien. Hinzu kommt die große Anzahl an fußballbegeisterten Menschen die im Amateurbereich auf den Plätzen ihren Fußballsport begleiten.

Die Art und Weise, wie es dabei zugeht, wie sich Spieler aber auch Trainer und Betreuer verhalten und auch letztlich auch das Benehmen der Zuschauer trägt deutlich und endscheidend zur Außenwirkung des Fußballs bei. Der Fairnessgedanke spielt hierbei eine maßgebliche Rolle.

Bleibt die Frage: Was ist Fairness? Und die Frage : Ist Fairness messbar?

Der Niedersächsische Fußballverband mit all seinen Strukturen und Gremien im Kreis, im Bezirk und im Verband hat viele verschiedene Initiativen, die sich mit dem Thema Fairness befassen. Fair ist mehr, AOK Fair Play Cup , Fair Play Liga, Fair bleiben und der VGH Fairness Cup sind nur eine Auswahl zu diesem Thema. Und speziell der VGH Fairness Cup ist ein gutes Spiegelbild und wohl die umfangreichste Maßnahme zu diesem Thema. Die VGH Versicherung führt eine umfangreiche Statistik zum Thema Fairness im Fußball. Das hier gesammelte Datenmaterial gibt durchaus Aufschluss über das Verhalten Einzelner und speziell ganzer Mannschaften. Denn insgesamt fließen 68 Staffeln in die Bewertung ein. Das sind letztlich 1012 Mannschaften die im Ranking auftauchen. Somit werden  15000 Begegnungen gewertet. Das ist eine beachtliche Zahl und am Ende kann durchaus aufgrund dieses Zahlenmaterials abgelesen werden, welche Mannschaften und Vereine sich besonders um Fairness bemühen. Aus der Menge der Gelben, Gelb/ Roten  und Roten Karten werden über einen Indikator Werte errechnet, die dann am Ende die jeweilige Position im Ranking darstellen. Hierbei werden ganze Fußballkreise eingestuft, letztlich aber speziell Mannschaften in einer Tabelle eingeordnet.

 

 

 

In der VGH Fairnesswertung für das Spieljahr 2014 / 2015 findet sich der NFV Kreis Hildesheim unter 43 zu bewertenden Kreisen auf Platz 19 (Indikator 1,5667). Das ist gutes Mittelfeld, erscheint aber verbesserungswürdig.  Als fairster Kreis finden wir den NFV Kreis Uelzen ( Indikator 0,8438 ) und Schlusslicht ist der Kreis Wesermarsch             ( Indikator 1,7667 ). Bester Kreis aus dem Bezirk Hannover ist der NFV Kreis Schaumburg der auf dem 3. Tabellenplatz gelandet ist.

Viele Zahlen und Daten, die im NFV Journal Nr. 8/ 2015 detailliert nachgelesen werden können. Als fairste Mannschaft aus dem Kreis Hildesheim findet sich unter den TOP 50 der SV Einum auf Platz 42. Erstaunlich, dass gerade ein Aufsteiger in den Bezirk sich so positioniert hat.

Man könnte jetzt die Frage nach Sinn und Zweck einer solchen Bewertung stellen. Das ist durchaus angebracht,  soll am Ende aber  verdeutlichen, dass Fairness nicht nur ein selbstverständlicher Bestandteil des Fußballs sein muss, sondern das faires Verhalten sich durchaus lohnen kann. Denn die VGH zeigt sich großzügig und prämiert die Besten im nicht unerheblichen Maß. Denn für die Plätze 1 – 3 gibt es Sportausrüstungen im Wert von 1.200, 800 bez. 500 €uro. Ferner werden auch regionale Sieger durchaus noch bedacht. Es lohnt sich daher durchaus.

Es ist beachtlich, dass der Landessieger MTV Barum aus dem Kreis Uelzen, der in der Saison 2014 / 2015 als fairste Mannschaft gekürt wurde, diesen Titel bereits in der Saison 2013/ 2015 innehatte. Mann spielt in dieser Bezirksligamannschaft ganz konzentriert auf diesen Titel hin. Ein sehr beachtenswertes Ziel und zur Nachahmung empfohlen.

Unser Kreis Hildesheim rangiert im Mittelfeld. Da ist noch viel Luft nach oben, und daran müssen wir gemeinsam arbeiten, alle gemeinsam und jeder für sich. Denn Fairness im Fußball ist ein wichtiger Punkt in Sachen Außenwirkung. Wie es auf unseren Plätzen zugeht, ist ein Spiegelbilds des Fußballs. Niemand möchte hier unschöne Szenen sehen, und die Gesundheit des Gegenspielers muss absoluten Vorrang haben. Die Entscheidungen des Schiedsrichters,  auch wenn sie manchmal schwer akzeptabel sind, muss man respektieren. Und wenn der Gegner die bessere Mannschaft ist, so muss man dies auch anerkennen.

Eine neue Runde im VGH Fairness Cup ist eingeläutet. Jede Mannschaft sollte durchaus versuchen, einen der vorderen Plätze zu besetzen. Es lohnt sich durchaus Fairness zu praktizieren, und neben den ausgelobten Preisen schlägt  auch das Image als fairste Mannschaft zu gelten, nicht unerheblich zu Buche.

Ich würde mich freuen, wenn am Ende dieses Spieljahres der NFV Kreis Hildesheim eine der vorderen Plätze belegen könnte. Auch der Vorstand des Kreises wird das dann ganz besonders würdigen.

 

 

                                               Detlef Winter, Vorsitzender NFV Kreis Hildesheim

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Seite zuletzt aktualisiert am: 01.10.2019

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